Die männlichen Sexualorgane

Die männlichen Sexualorgane lassen sich in äussere und innere teilen.

Sichtbar, also aussen, sind: 

  • Penis (Glied)

  • Hodensack mit Hoden 

Unsichtbar, d.h. im Körperinnern, sind: 

  • Prostatadrüse oder Vorsteherdrüse 

  • Bläschendrüse

  • Cowpersche Drüsen

  • Samenleiter / Harnsamenröhre 

  • Nebenhoden 

Die beiden Abbildungen zeigen dir die Sexualorgane in der Vorder- und Seitenansicht.

Dazu einige Erläuterungen:

Der Penis

Der Penis (oder das Glied) besteht zum grössten Teil aus schwammartigem Gewebe, welches lose mit Haut bedeckt ist. Seine Grösse sagt nichts über die Potenz eines Mannes aus! Durch das Innere des Penis läuft die Harnsamenröhre, die an der Spitze, der Eichel, austritt. Die Eichel bildet die für sexuelle Erregung sehr empfindsame Spitze des Penis. Sie ist etwas dicker als der übrige Penis und setzt sich vom Schaft durch die so genannte Kranzfurche ab, eine leichte, ringförmige Vertiefung, die sich direkt hinter dem Wulst der Eichel befindet. Dort sammelt sich übrigens bei mangelhafter Hygiene das so genannte Smegma, eine weisse Absonderung (Mischung aus abgestossenen Zellen von Vorhaut und Eichel, Urinresten und Bakterien), die üblen Geruch verursachen und zu Entzündungen führen kann. Ist ein Penis nicht beschnitten, wird die Eichel von der Vorhaut bedeckt. Die Vorhaut ist beweglich und sollte sich vollständig bis hinter die Eichel zurückziehen lassen. Ist die Vorhaut zu eng, nennt man dies Phimose. Der Arzt kann diese normalerweise mit einem kleinen Eingriff oder einer Beschneidung beheben. 

Die Hoden

Die Hoden sind die männlichen Keimdrüsen, die sich in einem Hautbeutel, dem Hodensack, befinden. Dieser ist in zwei Fächer geteilt, die Hodensäckchen, die je einen Hoden enthalten. Der linke Hoden hängt meist etwas tiefer als der rechte, jenes Säckchen ist dementsprechend auch etwas grösser. Die Hoden produzieren das männliche Sexualhormon Testosteron und die Spermien. Pro Sekunde werden etwa 1000 Spermien produziert. Man kann eine Spermienzelle mit einer Kaulquappe vergleichen: Sie hat einen Kopf und einen Schwanz und schwimmt in einer milchartigen Flüssigkeit. Man kann die Spermien nicht mit blossem Auge erkennen. Ein Tropfen Sperma von der Grösse eines Punktes am Satzende, wie du ihn gerade liest, beinhaltet mehr als 1000 Spermien.

Die Nebenhoden

Die Nebenhoden liegen, wie es der Name sagt, neben den Hoden. Eine grosse Anzahl feiner Röhrchen führt von jedem Hoden zu seinen Nebenhoden, wo junge Spermazellen, sogenannte Spermatocyten, gelagert werden. Dort entwickeln sie sich zu reifem Sperma.

Der Samenleiter

Die Samenleiter führen von den beiden Hoden zur Prostatadrüse. In den Samenleitern wird das Sperma transportiert. Sie sind ca. 40cm lang und verbinden sich unterhalb der Blase mit der Harnröhre. 

Die Prostata oder Vorsteherdrüse

Die Prostata- oder Vorsteherdrüse umschliesst den Verbindungspunkt der Samenleiter und der Harnsamenröhre. Die Spermazellen mischen sich hier mit der Samenflüssigkeit, die in der Prostata selbst erzeugt wird. Das dabei entstehende Ejakulat (zähe, milchige Mischung von Spermien und Samenflüssigkeit) gelangt durch die Harnsamenröhre in den Penis und tritt dort am Kopf der Eichel aus. 

Die Harnröhre

Die Harnröhre befördert auch Urin von der Blase zum Penis. Aus der Öffnung in der Eichel tritt also sowohl Urin wie auch Ejakulat aus. Ein Mechanismus in der Prostata sorgt jedoch dafür, dass nur entweder Urin oder Sperma austreten kann.

Die Cowperschen Drüsen

Die Cowperschen Drüsen sind erbsengrosse Drüsen, die beidseits der Harnröhre liegen. Sie produzieren ein durchsichtiges Sekret (Lusttropfen), das dazu dient, die Harnröhre vor dem Samenerguss zu reinigen. Der Lusttropfen tritt vor dem Samenerguss aus der Harnröhre und kann kleine Mengen an Spermien enthalten, so dass dadurch bereits eine Befruchtung der weiblichen Eizelle möglich ist. 

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